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Über uns

Haltung

Wir stehen fur die Grundwerte ein, die im deutschen Grundgesetz manifestiert sind. Sie biIden die Basis für ein faires, gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen in unserer Gesellschaft.

Wir stehen für die Achtung der Menschenrechte aller Menschen. Niemand darf aufgrund des Alters, der Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, körperlicher sowie geistiger Vorausset­zungen oder aufgrund von rassistischen Zuschreibungen benachteiligt werden.

Wir stehen fur Gewaltenteilung, Verantwortlichkeit der Regierung, Unabhängigkeit der Gerichte, Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, ein Mehrparteiensystem sowie freie, gleiche und geheime Wahlen.

Den Konzepten und Plänen rechter Parteien, Personen und Organisationen, die den oben beschrie­benen Werten und Rechten zuwiderlaufen, setzen wir eine weltoffene, pluralistische Haltung entgegen.

Als Menschen, als Unternehmer*innen und Unternehmen sind wir in der Pflicht, Haltung zu zeigen und Maßnahmen zu ergreifen. Maßnahmen, die diejenigen stärken, die von Ausgrenzung und Hass betroffen sind oder diejenigen unterstützen, die sich gegen Rechts engagieren wollen.

  • Wir vernetzen Menschen und Organisationen.
  • Wir schaffen Öffentlichkeit.
  • Wir vermitteln Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen.
  • Wir dokumentieren beispielgebende ldeen.
  • Wir sind eine unabhängige Initiative, die sich keiner Partei verpflichtet sieht und die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einer Partei oder einer parteinahen Organisation steht.
  • Wir sehen unsere Demokratie herausgefordert. Wir tragen dazu bei, die Demokratie in Deutschland und das vielfältige, wertschätzende Miteinander zu stärken.
  • Wir sind sicher, dass Nichtstun oder Abwarten keine Optionen sind.

Die lnitiator*innen
Silvia Rak / Sarah Steffen / Andreas Gnass

Unternehmen gegen Rechts ist eine private Initiative.


Was meinen wir mit Rechts?

Rechts ist eine politische Einordnung. Sie macht es möglich zu beurteilen, wofür ein Individuum, eine Partei oder ein Unternehmen stehen. In einer immer komplexeren Welt verändert sich die Bedeutung von politischen Begriffen.

Was einst als „rechtsextrem“ oder „rechter Rand“ bezeichnet wurde, gilt heute vielerorts schlicht als „Rechts“. Und dieses „Rechts“ erhält eine immer höhere Zustimmungsrate – in Thüringen etwa von aktuell 30%. Daher müssen wir ganz konkret definieren, was wir mit „Rechts“ meinen:

Für uns sind all diejenigen Rechts, die die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte, der demokratisch gewählten Organisationen, der Gewaltenteilung, des Grundgesetzes infrage stellen. Jene, die Hass und Hetze gegen andere verbreiten sowie die Inklusion und das Asylrecht abschaffen wollen.


Wer wir sind

Andreas

So eine Zeit, wie im Nationalsozialismus – dem Inbegriff des Bösen – darf es nie wieder geben. Das ist mir klar, seit ich in der Schule von den Plänen, den Taten, den Verbrechen gehört habe. Ich sehe heute jeden Menschen in der Pflicht, im Rahmen seiner Möglichkeiten, gegen das Böse einzustehen, kommt es auch noch so unscheinbar daher. Ebenfalls sehe ich diese Pflicht bei Unternehmen, die mehr in gesellschaftlicher Verantwortung stehen, als ihnen vielleicht lieb sein mag.

Sarah

1991. In meinem westdeutschen Provinzkaff brennt ein Heim für Geflüchtete. Ein Mann namens Samuel Yeboah stirbt. Ich bin 10 Jahre alt und begreife, dass Deutschland ein Problem hat. Ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

30 Jahre lang wird die Tat nicht aufgeklärt. In einer kleinen Stadt, in der 5 Jahre später meine Freund:innen mit bunten Haaren und Doc Martens abends fürchten mussten, von Skins verprügelt zu werden, während aus der Polizeiwache niemand vor die Tür tritt. In einer kleinen Stadt, in der jeder Hund meinen Gang und jede:r jede:n kennt.

2024 ist rein gar nichts anders. Ich weiß inzwischen, dass das Problem systemisch ist. Warum sind nicht mehr Menschen aus Trotz gut, will ich mit Canetti fragen?

Und so stehe ich hier und trotze. Dem Hass, der Angst und der Feigheit. Weil wir die Welt umarmen müssen, wenn wir lebendig sein wollen.

Silvia

Als ich zwölf Jahre alt war, verließen meine Eltern einen sozialistischen Albtraum und begaben sich auf die Suche nach Freiheit. Sie verloren Freund:innen, Familie, Heimat, Sprache und einen Teil ihres Selbstbewusstseins.

Fast ein Jahr lang lebten wir in einem Zimmer. Wir teilten Bad, Küche und Geschichten mit einer polnischen Familie und einem jungen Mann aus Teheran. In der sogenannten ‚Flüchtlingsklasse‘ lernte ich unter anderem ein Mädchen aus Sri Lanka kennen und ein anderes aus Almaty, der größten Stadt Kasachstans. Meine beste Volleyballfreundin kam aus Afghanistan.

Diese Orte schienen mir damals so weit entfernt wie die geheimnisvolle Insel in Jules Vernes Abenteuerbuch. Doch Abenteuer hatten die Familien keinesfalls im Sinne, als sie alles hinter sich ließen, um in einer verschlafenen Stadt am westlichen Rande Deutschlands neu anzufangen.

Vielfalt wurde für mich zum Synonym für Bereicherung. Freiheit zu einem Gut, das mit jeder Menge Verantwortung einhergeht. Und genau dieses gilt es zu bewahren. Denn der Einsatz derer, die sie für uns erkämpft haben, war sehr hoch.

Unternehmungen der drei Initiator*innen